Lazy River of Jurassic Valley
Island Hunde Zucht
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Standard vom Islandhund

FCI-Standard Nr. 289 / 06. 03. 2002 / D
ISLANDHUND
(Islenskur Fjárhundur)
 



DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS: 25.10.2000.
ÜBERSETZUNG: Elke Peper.
URSPRUNG: Island.
VERWENDUNG: Hütehund.
KLASSIFIKATION FCI:  Gruppe 5  Spitze und Hunde vom Urtyp.
                                Sektion 3  Nordische Wach- und  Hütehunde.
                                Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER HISTORISCHER ABRISS: Die Vorfahren des lslandhundes waren zur Jagd verwendete Hunde keltischer und germanischer Sippen, die im 7. Jahrhundert aus Irland und Schottland und später auch aus Norwegen kommend Island besiedelten. Der Islandhund ist ein reiner Treib-, Hüte- und Haushund, wobei gesagt werden muss, dass die Isländer ihre Hunde nicht mit ins Haus nehmen. Islandhunde werden als Arbeitshunde zu mehreren gehalten und ausschließlich auf ihre Eignung dafür gezogen. Den isländischen Bauern und Viehzüchtern sind sie unentbehrliche Helfer.
Aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten müssen diese Hunde hohen Anforderungen an Robustheit, Ausdauer, Anspruchslosigkeit und Gehorsam genügen. Sie müssen flink und mutig sein, wenn die Viehherden oft viele Tage durch unwegsames Gelände, reißende Flüsse und Geröllfelder bei extremen Witterungsbedingungen unterwegs sind. lhr Arbeitseinsatz ist immer von denjenigen gerühmt worden, die Hunde in Island kennengelernt haben und einige von ihnen mitbrachten.
Eine Hundehaltung, wie wir sie kennen, ist in Island nicht üblich. Frei an den Gehöften gehalten, dürfen sie keinen aggressiven Charakter haben ; bissige Hunde wurden von jeher getötet.
Inzwischen bei uns gesammelte Erfahrungen lassen durchaus auf eine ausgesprochene., Eignung als Familienhund in der Wohnung schließen. Ihre enorme Anpassungsfähigkeit, entwickelt während vieler Jahrhunderte harter Lebensbedingungen, macht sie bei uns nun auch zu angenehmen Hausgenossen. Ausgesprochen gutartig und freundlich, sind lslandhunde für den Umgang mit Kindern besonders geeignet. Eine Notiz aus dem Jahre 1650 besagt, dass Islandhunde von den Engländern als besondere Schoßhunde sehr begehrt waren. Dass sie trotzdem als Rasse zu keinem großen Ruhm gelangten - denn der lslandhund war in keinem kynologischen Fachbuch bis 1978 aufgeführt - ist vermutlich auf die niedere gesellschaftliche Stellung seiner Züchter und Halter, nämlich Bauern, zurückzuführen.
Noch rudelbezogen hängen sich die lslandhunde voller Hingabe an ihre Menschen, lernen schnell und willig, und es ist eine Freude, mit ihnen umzugehen. Sie sind nicht gern allein und vertragen sich gut mit allen Haustieren. Trotz ihrer Robustheit und Vitalität sind sie ausgesprochen sensibel und sollten konsequent, aber ohne Härte erzogen werden. Als Schutzhunde nicht geeignet, sind sie jedoch zuverlässige Wachhunde. Eine Eignung zur Jagd ist ihnen sicher grundsätzlich nicht abzusprechen. Da es jedoch auf Island seit langem weder Wald noch Wild gibt, ist ihre einstige diesbezügliche Prägung zugunsten der Treib- und Hüteeigenschaften verkümmert.
Der Islandhund ist die einzige Hunderasse mit Island als Ursprungsland. Er kam mit den Wikingern, den ersten Siedlern, in das Land (in den Jahren zwischen 874 und 930). Der Islandhund passte sich in seiner Arbeitsweise im Lauf der Jahrhunderte den örtlichen Gegebenheiten, der Art, wie Landwirtschaft betrieben wurde,  und dem harten Überlebenskampf des isländischen Volkes an und wurde den Bauern beim Zusammentreiben des Viehs unentbehrlich. Die Beliebtheit des Islandshundes stieg während der letzten Jahrzehnte stetig an, und obwohl es derzeit nur wenige Exemplare dieser Rasse gibt, scheint die Gefahr, dass sie ausstirbt, doch gebannt.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Der Islandhund ist ein nordischer Hüte-Spitz; er ist etwas weniger als mittelgroß und hat Stehohren und eine geringelte Rute. Von der Seite gesehen hat er rechteckiges Format, d.h. die Länge seines Körpers vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker übertrifft seine Widerristhöhe. Die Tiefe des Brustkorbes ist gleich der Länge der Vorderläufe. Sein Ausdruck ist sanft, intelligent und fröhlich. Ein selbstsicheres, lebhaftes Verhalten ist typisch für die Rasse. Es gibt sie in zwei Haararten: lang- und kurzhaarig, wobei in jedem Fall das Haarkleid dicht und äußerst wetterfest sein muss. Rüden und Hündinnen unterscheiden sich beträchtlich in ihrem Geschlechtstyp.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Der Islandhund ist ein robuster, wendiger, lautfreudiger Hütehund und deshalb äußerst nützlich beim Hüten und Treiben des Viehs auf den Weiden und in den Bergen sowie beim Aufspüren verloren gegangener Schafe. Er ist von Natur aus wachsam und begrüßt jeden Besucher voller Begeisterung, ohne aggressiv zu sein. Sein Jagdinstinkt ist nur schwach ausgebildet. Der Islandhund ist fröhlich, freundlich, neugierig, verspielt und nicht ängstlich.

KOPF: Kräftig mit straff anliegender Haut. Dreieckig von oben und von der Seite gesehen. Der Oberkopf ist etwas länger als das Vorgesicht.

OBERKOPF:
Schädel: Ein wenig gewölbt.
Stop: Deutlich erkennbar, aber weder abrupt noch tief.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Schwarz, dunkelbraun bei schokoladenbraunen und einigen cremefarbenen Hunden.
Fang: Gut entwickelt, Nasenrücken gerade. Der Fang ist etwas kürzer als der Oberkopf. Er verjüngt sich gleichmäßig zur Nase hin und bildet ein stumpfes Dreieck sowohl von oben als auch von der Seite gesehen.
Lefzen: Straff anliegend; schwarz, dunkelbraun bei schokoladenbraunen und einigen cremefarbenen Hunden.
Backen: Flach.
Gebiss: Vollzahniges Scherengebiss.
Augen: Mittelgroß, mandelförmig. Dunkelbraun. Etwas heller bei schokoladenbraunen und einigen cremefarbenen Hunden.
Ohren: Aufrecht, von mittlerer Größe. Dreieckig mit steifen Kanten und leicht abgerundeten Spitzen. Sehr beweglich. Sie reagieren sensibel auf jedes Geräusch und zeigen, in welcher Stimmung der Hund sich befindet.

HALS: Mäßig lang, muskulös, ohne jegliche lose Haut. Leicht gebogen, hoch getragen.

KÖRPER: Kräftig, von rechteckigem Format. Seine Länge steht in korrektem Verhältnis zu seiner Höhe und in Harmonie zur Gesamterscheinung.
Rücken: Gerade, muskulös und kräftig.
Lendenpartie: Breit und muskulös.
Kruppe: Mäßig kurz und breit, leicht abfallend, gut bemuskelt.
Brustkorb: Lang, tief, gut gewölbt.
Bauch: Nur leicht aufgezogen.

RUTE: Hoch angesetzt, über dem Rücken geringelt, wobei dieser berührt wird.

GLIEDMASSEN:
VORDERHAND: Die Vorderläufe sind kräftig und von vorn gesehen gerade und parallel. Normale Winkelungen.
Schultern: Schräg gelagert, bemuskelt.
Afterkrallen: Können doppelt ausgebildet sein.
Vorderpfoten: Eher oval, Zehen gut gebogen und fest zusammengefügt mit gut entwickelten Ballen.

HINTERHAND: Die Hinterläufe sind kräftig und von hinten gesehen gerade und parallel. Normale Winkelungen.
Oberschenkel: Breit und gut bemuskelt.
Afterkrallen: Gut entwickelte, doppelt ausgebildete Afterkrallen sind erwünscht.
Hinterpfoten: Gleich den Vorderpfoten.

GANGWERK / BEWEGUNG: Vermittelt den Eindruck von Wendigkeit und Ausdauer mit gutem Schub und mühelosem Raumgriff.

HAARKLEID: Dichtes und extrem wetterfestes Doppelhaar.
HAAR: Es gibt zwei Arten:
a) Kurzhaarig: Mittellanges, ziemlich raues Deckhaar mit dichter, weicher Unterwolle.
Das Haar ist kürzer am Gesicht, oben auf dem Kopf, an den Ohren und an der Vorderseite der Läufe, länger am Hals, an der Brust und an der Rückseite   der Oberschenkel.
Die Rute ist buschig behaart, wobei die Haarlänge in gutem Verhältnis zum übrigen Haar steht.
b) Langhaarig: Das Deckhaar ist länger als bei der kurz-  haarigen Variante, ziemlich rau, mit dichter, weicher Unterwolle. Das Haar ist kürzer am Gesicht, oben auf dem Kopf, an den Ohren und an der Vorderseite der Läufe, länger am Hals, an der Brust und an der Rückseite der Oberschenkel. Die Rute ist ausgesprochen buschig behaart, wobei die Haarlänge in gutem Verhältnis zum übrigen Haar steht.

FARBE: Etliche Farben sind erlaubt, wobei eine Farbe aber stets vorherrschen sollte. Die vorherrschenden Farben sind:
o Verschiedene Schattierungen von Loh, von Cremefarbe bis hin zu rötlichem Braun.
o Schokoladenbraun.
o Grau.
o Schwarz.

Neben der vorherrschenden Farbe tritt stets Weiß auf, am häufigsten in den folgenden, oft unregelmäßigen Abzeichen: als Blesse oder an einem Teil den Gesichts, als Kragen, an der Brust, an den Fesseln in unterschiedlicher Länge und an der Rutenspitze.
Hellere Schattierungen kommen häufig an der gesamten Unterseite des Hundes von der Kehle bis zur Rutenspitze vor. Lohfarbene und graue Hunde haben oft eine schwarze Maske, schwarze Spitzen in den Deckhaaren und gelegentlich sogar einzelne ganz schwarze Haare. Schwarze (dreifarbige) Hunde haben schwarzes Haar mit den oben erwähnten weißen Markierungen und traditionell lohfarbene Abzeichen verschiedener Schattierung auf den Wangen, über den Augen (Augenbrauen) und an den Läufen. Flecken der genannten Farben auf weißem Untergrund (Scheckung) sind erlaubt. Weiß sollte jedoch nicht die vorherrschende Farbe sein.

GRÖSSE: Die ideale Größe ist bei     Rüden:             46 cm,
                                                    bei Hündinnen:  42 cm.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
o Ein einfarbig schwarzer Mantel oder Sattel bei einem lohfarbenen Hund jeglicher  Schattierung.

SCHWERE FEHLER:
o Fehlende Afterkrallen.
o Gelbe Augen.
o Runde, vorstehende Augen.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.


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